Was denn sonst?

Seit ein paar Tagen frage ich mich warum in aller Welt denn alles so kompliziert sein muss. Besser noch, warum bin ich so kompliziert? Seit über drei Jahren arbeite ich hart an mir. Verarbeite, verändere und erkenne aber anscheinend ist das nicht genug. Ich gebe eigentlich schon mein Bestes, okay, mal mehr mal weniger.

Ich wünschte mir das es einfach wäre alles Destruktive weg zu sperren und sich nie mehr darum zu kümmern. Genuagenommen tat ich das immer, bevor ich mit der Therapie begonnen hatte. War diese Methode nicht bewährt genug? Klar, weiß ich das es nichts bringt denn man geht dann durchs Leben mit unaufgearbeiteten Gefühlen und merkt irgendwann das etwas nicht stimmt oder nicht passt.

Ich fühle mich wie die Versagerin des 21. Jahrhunderts weil wieder mal im Raum steht ob ein stationärer Aufenthalt nicht besser für meine derzeitigen Gefühle und Gedanken wäre. Alles in mir schreit:“NEIN, AUF GAR KEINEN FALL IN EINE KLINIK“. Sogar gedanklich kann und will ich mich mit diesem Thema nicht anfreunden. Es würde bedeuten das ich versagt habe. Ich würde mich selbst damit enttäuschen denn ich hätte das Gefühl das ich nicht genug gegeben und nicht genug gekämpft hätte.

Alles was dieses Leben von mir fordert ist eine Entscheidung. Ich müsste mich aus vollster Überzeugung für dieses Leben entscheiden, ich müsste jede Höhe und jede Tiefe leben und hätte keine Möglichkeit davon zu laufen. Entscheide ich mich nicht dafür, so würde ich trotzdem auf dieser Welt mein dasein fristen bis ich endlich die Erlösung des Todes empfinden darf. Denn ich kenne mich, in all den Jahren wo mich meine Suizidgedanken, mal mehr mal weniger, begleiteten, fand ich nie wirklich den Mut endlich die entscheidende Handlung durchzuführen.

Es bringt mir nichts wenn mir Menschen sagen, komm entscheide dich, weil es so viel zu beachten gilt. Insgeheim habe ich angst zu leben, angst vor der Veränderung und angst immer und immer wieder zu versagen. Angst niemals aus diesem Kreislauf von Depressionen, Borderline und meiner Vergangenheit herauszufinden. Ganz gleich wie viele Therapiestunden und Medikamente ich auch in Anspruch nehmen würde.

Grundsätzlich muss man sich eigentlich auch nicht wirklich entscheiden, denn wir Menschen werden geboren um zu leben. Wir kommen mit wahnsinnig viel Potenzial auf die Welt und je nach dem wie unsere Geschichte ist entwickeln wir dieses oder auch nicht. Ich gehöre wohl zu jenen die es nicht wirklich geschafft haben. Klar, ich bin jetzt 25 Jahre alt und hab noch etwas Zeit um etwas aus diesem Haufen Scheiße zu machen. Doch wenn ich nicht einmal einen Job finden kann der mir spass macht bezweifle ich das ich überhaupt etwas erreiche. Denn eigentlich hindert mich mein Widerstand daran einen solchen zu finden.

xx

citymind

 

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