Der schmale Grad

Heute hatte ich wie üblich meine wöchentliche Therapiestunde. Sie war sehr tränenreich. Seit einiger Zeit bin ich ziemlich erschöpft und ich war auch seit einigen Tagen sehr traurig.

Im Laufe der Stunde kam in mir wieder eine längst verdrängte Erinnerung hoch. Es ging um meine Mutter. Es war eine dieser Erinnerungen die einen schmerzen wegen ihrer Intensität. Meine Therapeutin lotste mich wie immer sehr geschickt aus diesen Schmerzen die ich mit dieser Erinnerung verband. Kennt ihr Brainspotting? Nicht? 👇🏻

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Nun ja, als ich mich dann auf den Heimweg machte fühlte ich wie müde ich war und wie gerne ich anstatt die U-Bahn zu nehmen, mich gebeamt hätte. Wenn ich gewusst hätte das mein Tag noch ermüdender wird hätte ich wohl darauf verzichtet mein Zimmer zu verlassen.

Meine kleine Schwester und ich hatten meinen Vater gebeten einkaufen zu gehen, was ihn sonst auch nichts ausmachte war heute ein riesen Drama. Keine Ahnung was mit meinem Vater nicht stimmt aber er war ziemlich mies drauf. Ich dachte mir ich setze mich zu ihm an den Tisch und schau ob er sich unterhalten möchte…

Er laß seine Zeitung und ich merkte bald das es Dinge gibt die er gerne sagen würde es aber nicht tut. Er fragte wie es auf der Arbeitsfront aussieht und ob sich die Klinik schon gemeldet hätte. Ich sagte ihm das ich einen Haufen Absagen bekommen habe und das sich die Klinik erst in einem  halben Jahr bis Jahr melden würde. (Das mit der Klinik habe ich ihn aber schon zwei Mal erzählt.) Dann schaute er zwischen meiner kleinen Schwester und mir hin und her und schüttelte  seinen Kopf.

Nach einigen Minuten länger am Esszimmertisch verzog ich mich auf mein Zimmer. Ich schmiss mich auf mein Bett und brach in Tränen aus. Ich beruhigte mich eine halbe Stunde später.

Vor Traurigkeit und Wut packte ich alle Tabletten die ich habe in einen Becher. Ich saß bestimmt zwanzig Minuten auf den Boden meines Zimmers, vor mir der Becher mit den Pillen und eine volle Wasserflasche. Ich konnte mich nur nicht dazu durchringen sie zu nehmen. Ich sagte mir, komm schon, das kann doch nicht so schwer sein. Doch so wie ich es immer tue, beruhigte ich mich, sortierte die Pillen wieder auseinander und verräumte sie dort wo sie hingehören und machte mir Abendessen.

Was mich so verletzt hat war das was er nicht sagte, was ich aber deutlich fühlen konnte.  Er ist enttäuscht von mir. Von meiner Arbeitslosigkeit und dem Fakt das ich an dem Leben nicht interessiert bin. (Abgesehen davon das er nicht wahrhaben will das ich psychisch krank bin bzw. das es so etwas wie psychische Krankheiten gibt.. aber das ist eine andere Geschichte..) Davon das ich Zeit brauche um herauszufinden was ich will.

Vielleicht mache ich mal einige Posts darüber um mir die Last von der Seele zu schreiben, mal sehen.

Alles in allem war dieser Tag ziemlich anstrengend. 💥

xx

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