KURZ UND VERWIRREND

Als ich ein Teenager war dachte ich oft das die Vergangenheit weniger schmerzhaft und leichter ist wenn man nicht an sie denkt und sie an manchen Stellen sogar einfach verleugnet.

Viele Jahre lang ab meinen 18. Lebensjahr, lebte ich mit dieser Ansicht. Ich verdrängte alles so gut ich konnte und konnte mich zu dieser Zeit nicht von diesem unnötigen Ballast befreien.

Wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter begann ich eine Psychotherapie. Einmal Wöchentlich, bis heute. Zwischenzeitlich war es mir schon echt zu anstrengend sie durchzustehen, aber ich brach kein einziges Mal ab. Ich laß unzählige Erfahrungen von anderen Menschen die sich auch in Langzeittherapie befinden oder befanden. Bei fast allen Post wurde mir klar das Trauma das über Jahre geschah, Jahre braucht um zu heilen.

Des weiteren kam bei meiner Tour durch unzählige Erfahrungsberichte heraus das ich großes Glück mit meiner Therapeutin hatte und habe. Manche müssen eine Odyssee von Erstgesprächen durchlaufen bis sie den passenden Therapeuten finden um dann vielleicht feststellen zu müssen das es doch nicht passt. Viele die Monate auf einen Kassenplatz gewartet haben ziehen aufgrund der Wartezeit auch eine Therapie mit einem Therapeuten durch  mit dem sie überhaupt nicht können.

Was ich auch gelesen habe ist das viele schlichtweg in die falsche Therapierichtung geschickt werden, wenn sie sich, aus Kostengründen, den/die Therapeut/in nicht aussuchen können. Da hatte ich wirklich Glück.

Denn ich habe eine wirklich großartige Therapeutin. Auch mit ihr hatte ich schon meine Hochs und Tiefs. Manchmal extreme Fortschritte und manches mal kommen wir keinen Millimeter weiter. Die für mich hilfreichste Eigenschaft welche sie hat ist das sie oft kein Blatt vor den Mund nimmt. Das sie mir einfach sagt wie es ist, auch wenn es mir oft nicht gefällt, aber ich denke nur so kommt man voran. Auf der Welt gibt es viele Menschen die es gut meinen indem sie einen schonend Dinge sagen, sie vielleicht sogar abtun oder gar verheimlichen. Genau das kann ich, für mich persönlich, in der Therapie nicht brauchen.

Denn den Ballast, der jetzt nur noch 60% von 100% wiegt, habe ich ganz bestimmt auch den Millionen Dingen zu verdanken die in meiner Familie niemals jemand ausgesprochen hat. Ich schwöre, in einem Sumpf voll mit Ungesagtem kann man ertrinken und das ist bestimmt keine schöne Art um zu sterben.

xx

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