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TÄUSCHENDE LEERE

Egal was ich heute anfange, ob zeichnen, schreiben oder denken, alles endet mit Frustration. Ein Bild das ich 6 Mal neu anfing lies ich nach dem letzten Versuch einfach bleiben. Zeile für Zeile die ich schrieb fiel der Rückgängig-Taste zum Opfer. Meine Gedanken sind inhaltslos und aber auch nicht greifbar, fast so als ob sie hinter einer Wand an mir vorbeiziehen.

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ERSTGESPRÄCH IN DER KLINIK

Gestern hatte ich mein Erstgespräch in der Klinik. Mein Vater und meine jüngere Schwester haben mich begleitet. Gegen 10:40 kamen wir bei der Klinik an. Zu meiner Überraschung fand ich das Gebäude von außen sogar recht schön.

Zunächst musste ich im Erdgeschoss alles Administrative klären und wurde dann zu der zuständigen Psychotherapeutin weitergeleitet. Fünf Minuten später saß ich einer etwas älteren Frau mit dunkelgrauen, schulterlangem Haar gegenüber. Außerdem war auch eine sehr junge angehende Psychotherapeutin anwesend.

Im Grunde war es ein klassisches Erstgespräch mit einer Psychotherapeutin. Sie fragte über meine Eltern, für mich relevante Ereignisse in meinen Leben und ob ich bereit dafür bin meinen Schutzpanzer aufzugeben.

Ich empfand es nur als etwas unangenehm von einer dritten Person beobachtet zu werden. Natürlich verstehe ich das dies Teil deren Ausbildung ist und es nunmal unumgänglich ist doch es war ungewohnt.

Es kann bis zu einem Jahr dauern bis ich aufgenommen werden kann jedoch kann es manchmal auch schneller gehen. Ich habe keine Angst vor dem Aufenthalt selbst aber davor das es hart werden wird.

Ein dreimonatiger stationärer Aufenthalt ist eben doch etwas anderes als einmal die Woche eine Therapiestunde zu haben. Die Intensität ist etwa wovor ich einfach großen Respekt habe.

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GE-DA-NK-EN-CHA-OS #

Meine Müdigkeit ist teilweise schon wirklich nicht mehr zu ertragen. Bei bis zu zehn Stunden Schlaf täglich, mal mehr mal weniger, fühle ich mich einfach wahnsinnig erschöpft.

Kleinigkeiten bringen mich zum ausrasten. Um ein Beispiel zu nennen, eine nicht einwandfreie WLAN-Verbindung lässt mich innerlich aufbrausen. Am liebsten würde ich dann einfach meinen Laptop aus dem Fenster werfen.

Noch dazu habe ich ständig das Gefühl das mich niemand, der mir nahe steht, versteht. Nicht das ich es erwarten würde, nein, ich denke nur das es manchmal besser wäre für die allgemeine Kommunikation wenn sie verstehen könnten warum meine Gefühle oft so verrückt spielen oder warum mich manchmal alles einfach nur anstrengt und überfordert.

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ICH BIN SO UND SO ABER SO BIN ICH AUCH


— TRIGGER WARNING —


Manchmal habe ich das Gefühl zu viele. Ich habe so viele Persönlichkeitsanteile das ich manchmal das Gefühl habe das ich verrückt werde. Vor allem meine destruktiven Anteile sind sehr stark vertreten. Ein Auszug aus meiner heutigen Therapiestunde:

Ich hatte einen Traum über meinen eigenen Suizid. Ich stand an einem Brückengeländer, ging hin und her. Dann war da ein Typ, der ungefähr in meinen Alter war und mir mein Vorhaben ausreden wollte. Ich schrie ihn entgegen, jedes Mal wenn ich daran denke zu sterben, stell ich mir vor wie ich mir meine Kehle durchschneide. Danach bin ich aufgewacht. Die erste Frage die ich mir stellte war, wenn ich mir vorstelle mir meine Kehle durch zu trennen, warum stand ich dann auf einem Brückengeländer? Genau so erzählte ich es auch meiner Therapeutin.

Meine Todessehnsucht ist nach wie vor vorhanden. Das spannende in meinem System ist, das es etwas gibt das immer wieder weitermacht, sich nicht unterkriegen lässt und von ganz allein und automatisch funktioniert. Mal mehr mal weniger.

Das nur ein Teil von mir sterben will weiß ich auch schon längst doch es stellt sich mir immer wieder die Frage wo fängt dieser Teil an und wo höre ich auf. Ich verstehe das nicht, ich kann es einfach nicht wahrnehmen geschweige denn kann ich es differenzieren.

Seit über drei Jahren mache ich Therapie und konnte bis jetzt meinen Suizidalen Anteil nicht aufgeben. Ich hole mir diesen Teil oft genug vor, wenn es mir schlecht geht. Jetzt könnte man sich natürlich fragen warum tut sie das? Die Antwort ist Sicherheit. Es gibt mir das Gefühl von absoluter Sicherheit und Endgültigkeit. Denn mein Tod wäre für dieses Irdische Leben endgültig.

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NOTFALLKOFFER

Damit man für den Ernstfall gewappnet ist, auch unterwegs, kann man sich einen kleinen Notfallkoffer packen, der für den Notfall 3-4 Stresstoleranz-Skills enthält.

Was in deinen Notfallkoffer drinnen sein könnte:

Stresstoleranzskills: Ammoniak, Finalgin, Chili, Kältespray, Fotots, etc.
Telefonliste von Freunden, die man anrufen kann. Reden hilft fast immer.
Notfalltelefon von Psychiatrie, dem Therapeuten oder Rettung, Polizei

In die Tasche gepackt oder in der Hosentasche fällt es nicht auf und sie sind praktisch und schnell anzuwenden.

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STRESSTOLERANZ

Ab einer Anspannung von 70%, wir erinnern uns an den Point of no return, können für den ersten Moment nur Skills helfen die starke sensorische Reize auslösen, wie Schmerz oder etwas scharfes. In solch einer Situation braucht es eine Unterbrechung des schwer aashaltbaren Zustands. Es ist wichtig den Zustand erstmal zu akzeptieren aber auch wichtig zu erlernen, dass man etwas tun kann, um dem entgegenzuwirken. Man braucht sich nicht zu verletzen, Drogen nehmen oder Sportankäufe tätigen. Das kann nun zur Vergangenheit werden, wenn manisch bewusst dafür entscheidet und regelmäßig seine für sich persönlich wirksamen Skills anwendet.

Stresstoleranz-Skills:

Spüren: 

  • Kaltes Wasser über das Gesicht laufen lassen
  • Den Kopf in ein Becken mit kaltem Wasser tauchen
  • Einen Eiswürfel in die Hand, oder in den Mund nehmen
  • Eine kalte Dusche nehmen
  • Einen Egelball über die Arme rollen
  • Mit Ihren bloßen Füßen über einem Holzstab rollen
  • Gummiband, Haargummi oder Wurzelbürste auf der Haut
  • Eisgelkissen auf der Haut
  • Wechseldusche, warm/kalt nehmen
  • Mit nackten Füßen einem Bach stehen
  • Auf kleinen Murmeln balancieren
  • Auf Kies, Tonkügelchen oder Katzenstreu gehen

Schmecken:

  • Chilischoten kauen
  • Scharfe Sauce im Mund
  • In frischen Rettich beißen
  • Saure Süßigkeiten kauen oder zergehen lassen
  • Fisherman’s Friend lutschen
  • Airwaves kauen
  • Frischen Zitronensaft trinken
  • Scharfe Zahnpasta im Mund

Hören:

  • laute, knallende oder pfeifende Geräusche direkt am Ohr produzieren den Kopfhörer auf setzen und aufmunternde, rhythmische Musik hören

Sehen:

  • Nach oben blicken und die Augen rhythmisch nach links und rechts bewegen, den Zeiger einen Metronoms beobachten
  • Ein einfaches Jump and run Computerspiel wie Tetris oder Packmann spielen
  • Jemanden bitten Fingerbewegungen zu machen, denen man mit den Blicken folgen kann

Riechen:

  • eine Prise scharfen Schnupftabak schnupfen
  • Ammoniak zufächeln
  • Japanisches Heilöl oder Albas, Tigerbalm
  • Meerrettich im Glas
  • Eukalyptus- Erfrischungstücher

Was hilft dir? Wie Stresstolerant bist du?

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BEWUSSTER UMGANG MIT GEFÜHLEN

Wieso haben wir Gefühle? Wieso brauchen wir Gefühle? Wir brauchen unsere Gefühle, unsere schlechten wie unsere guten, um mit anderen Menschen kommunizieren zu können. Auch für unsere Lebendigkeit sind sie sehr wichtig.

Sie bringen uns Informationen über unsere Umwelt, sie lässt uns verstehen was mit uns oder mit anderen los ist. Wir brauchen unsere Gefühle um Empfindlichkeiten sowie Mimik und Gestik auszudrücken.  Sie motivieren uns zum handeln und sorgen dafür das wir im sozialen Gefüge leben können außerdem zeigen sie was wir wollen oder nicht wollen.

Ziele des Moduls bewusster Umgang mit Gefühlen:

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